Einmal um die Welt: Meine Forschung in Neuseeland

Für einen Monat führte mich meine Forschung ans andere Ende der Welt: nach Hamilton in Neuseeland. Hier, wo jetzt Herbst statt Frühling ist, habe ich gemeinsam mit Forschenden der Arbeitsgruppe von Julia Mullarney Messungen am Waikato River durchgeführt.

In Neuseeland angekommen ging es gemeinsam mit den Doktorandinnen und Technikern der Coastal Marine Group direkt ins Labor – die Messinstrumente aufbauen und testen.

Diese Messinstrumente sind Teil einer großen Messkampagne. Im Zentrum der Kampagne stand die Frage, wie steigende CO₂ Konzentrationen in der Atmosphäre Süßwassersysteme beeinflussen. Der Waikato River eignet sich dafür besonders gut: er ist mit 415km der längste Fluss Neuseelands und fließt auf der Nordinsel vom Mount Ruapehu über den Lake Taupō und mündet in den Tasmansee. Auf seinem Weg liegen wunderschöne Wasserfälle, die berühmten Huka Falls und mehrere beeindruckende Stauseen.

Für unsere Messungen nutzten wir ein sogenanntes Eddy-Kovarianz-System. Dieses liefert hochfrequente Daten des CO₂ Austauschs zwischen der Wasseroberfläche und der Atmosphäre. Dadurch lässt sich bestimmen, ob der Fluss CO₂ an die Atmosphäre abgibt oder aus der Atmosphäre aufnimmt. Diese Messungen sind wichtig, um die Rolle von Flüssen im Kohlenstoffkreislauf und ihre Bedeutung für das Klima besser zu verstehen.

Nachdem wir also das Eddy-Kovarainz-System im Labor ausreichend getestet hatten, haben wir das Messsystem am Fluss möglichst nah über der Wasseroberfläche aufgebaut. Der Standort des Messsystems war allerdings nicht trockenen Fußes zu erreichen. So fing der Arbeitstag für mich häufig im Neopren-Anzug an: durch den Fluss zu unserem Messsystem waten, die Instrumente kontrollieren und Messwerte überprüfen. Bei dem sonnigen Wetter ein sehr angenehmer Start in den Tag.

Neben den CO₂ Austausch haben wir außerdem die Strömungsgeschwindigkeit und die kleinskaligen Turbulenzen im Wasser aufgenommen. Dazu haben wir einen Drifter eingesetzt. Dieser Drifter wurde von einem Boot ins Wasser gelassen und ist dann mit samt der Messinstrumente der Strömung flussabwärts gefolgt. Da die Turbulenz im Wasser den CO₂ Austausch zwischen Wasser und Luft maßgeblich antreibt, wird eine Kombination beider Messsysteme wertvolle Einblicke in die physikalischen Mechanismen geben, die diese Austauschprozesse steuern und uns helfen, bessere physikalische Beschreibungen zu entwickeln.

Foto: Ein Eicreme-Hörnchen mit einer großen Menge an rosafarbener Eiscreme wird von einer Hand gehalten.
Real Fruit Ice Cream © Elena Päffgen

Nach intensiven Wochen mit Feldarbeit draußen am Fluss, im Labor und ganz viel Real Fruit Ice Cream musste ich mich von diesem wunderschönen Land und den großartigen Wissenschaftler:innen, die ich dort kennengelernt habe, verabschieden. Die Zusammenarbeit zwischen Bonn und Hamilton ist damit jedoch nicht vorbei, als nächstes folgt die Auswertung der Daten, die zwar weniger Eiscreme verspricht aber dafür spannende Einblicke in das Ökosystem Waikato River.

Foto: Drifter-Messgerät schwimmt auf dem Wasser . Im Hintergrund sind Bäume zu sehen.
Drifter Messungen © Elena Päffgen

Kontakt

Avatar Esters

Jun.-Prof. Dr. Leonie Esters

Meteorologie - Juniorprofessor*in

1.010

Auf dem Hügel 20

53121 Bonn

Avatar Päffgen

Elena Päffgen

Meteorologie - Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in

U1.001

Auf dem Hügel 20

53121 Bonn


Wird geladen