U:FF, was für ein heißer Tag im Essener Unperfekthaus!
Am Montag den 22.06.2026 durften wir (Ellen Arimond, Greta Vehring und Lucia Gröger) von KlimaOER beim University Future Festival (U:FF) unseren LMU-Klimakoffer präsentieren. Unser Ziel war es eigentlich, die Köpfe der Teilnehmenden mit anschaulichen Erklärungen rund um die Erderwärmung zum Glühen zu bringen, doch das Wetter hat uns die praktische Demonstration direkt abgenommen.
Bei über 30 °C im Ausstellungsraum wurde die Relevanz unserer Arbeit sofort fühlbar. Die extreme Hitze stellte uns und unsere Materialien vor eine echte Belastungsprobe: Physikalische und chemische Experimente verhalten sich bei tropischen Raumtemperaturen oft etwas unvorhersehbarer. Unsere etwas „unperfekten“ Messergebnisse passten im Nachhinein aber eigentlich ganz hervorragend in das kreative Konzept des Unperfekthauses.
Im Klimakoffer befinden sich physikalische und chemische Experimente, die die einzelnen Phänomene des Klimawandels veranschaulichen, fühlbar machen und so beim Verständnis helfen. Beispielsweise die Versäuerung der Meere: Um dies im Experiment zu erreichen, wird Natron und Zitronensäure gemischt. Dies reagiert und das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid entsteht. Dieses wird in ein Glas mit Wasser und Indikatorflüssigkeit geleitet. Das Wasser verfärbt sich, da es das Kohlenstoffdioxid bindet und somit der ph-Wert sinkt also das Wasser sauer wird. Übertragen auf unser Erdsystem bedeutet dies, dass mehr Kohlenstoffdioxid in der Luft zu einer vermehrten Aufnahme dessen im Ozean führt. Was ist aber das Problem an sauren Gewässern? Kurz gesagt werden in der Reaktionsfolge Karbonat Ionen vermehrt gebunden. Diese fehlen kalkbildenden Organismen, wie Wasserschnecken (mit Schneckenhaus), Muscheln und Korallen.
Die drückende Hitze, bei der wir diese Experimente durchführten, war kein Zufall, sondern eine dirketeAuswirkung der globalen Erderwärmung. Extremereignisse, die früher als seltene „Jahrhunderthitze“ galten, kehren immer schneller zurück. Weil der Temperaturunterschied zwischen der sich schnell erwärmenden Arktis und dem Äquator schrumpft, gerät der Jetstream (unser Höhenwind) ins Stocken. Hochdruckgebiete bleiben dadurch tage- oder wochenlang über einer Region liegen. Die Luftmassen heizen sich ungestört immer weiter auf, es herrscht eine Hitzewelle.
Das Festival hat uns allen gezeigt: Klimabildung darf nicht vernachlässigt werden. Sie betrifft uns alle. Wir versuchen sie sowohl haptisch und im direkten Dialog zu vermittelt, selbst wenn man dabei bei über 30 °C ins Schwitzen gerät, aber auch durch unser Lernmodul über Wind.
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an ORCA.nrw (Das Landesportal für Studium und Lehre) für die Einladung und die Organisation dieses wunderbaren Events in Essen. Ebenso ein großes Danke an die OE_Com-Kolleginnen und -Kollegen vom Universitätsverbund digiLL, die hinter den Kulissen maßgeblich an der Umsetzung mitgewirkt haben.