Sie sind hier: Startseite Abteilungen Meteorologie Messdaten Radarbilder

Informationen zum Radar Ausfall

Nach über 10 Jahren ununterbrochenen Betriebs ist am 14.6.2019 das Niederschlagsradar der Universität Bonn ausgefallen. Mit Unterstützung des Herstellers TRG / EEC konnte die Hochvoltspannungsversorgung (HVPS) als fehlerhafte Komponente identifiziert werden. Der Hersteller überprüft derzeit, ob die defekte Komponente repariert werden kann oder durch eine neue Komponente ersetzt werden muss. Weitere Informationen erscheinen zeitnah auf dieser Seite.

Niederschlagsradar Bonn

Historie

Das seit den 1960er Jahren in Betrieb befindliche Niederschlagsradar der Abteilung Meteorologie des Instituts für Geowissenschaften (IfGeo, ehem. Meteorologisches Institut) der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wurde Ende 2008 im Rahmen des Sonderforschungsbereichs Transregio 32 (Collaborative Research Center TR32 "Patterns in Soil-Vegetation-Atmosphere-Systems: Monitoring, Modelling and Data Assimilation") durch ein neues polarimetrisches Radar gleicher Sendeleistung und -frequenz ersetzt. Federführend war dabei Prof. Dr. Clemens Simmer (Lehrstuhl für Allgemeine und Experimentelle Meteorologie).

Im Jahr 2010 wurde auf der Sophienhöhe bei Jülich ein baugleiches Wetterradar errichtet, welches durch das TERENO Projekt (Helmholtz-Gesellschaft) finanziert wurde.

Das Niederschlagsradar Bonn ist deutschlandweit das einzige operationelle X-Band Universitätsradar. Im Verbund mit dem Jülicher Radar besteht darüber hinaus ein Alleinstellungsmerkmal im Forschungsbereich.

Messdaten

Seit 2009 bzw. 2010 zeichnen beide Radare jährlich jeweils ca. 5 TeraByte an Messdaten auf. Diese Messdaten werden in Echtzeit als Bilder und Filme aufbereitet und für die Öffentlichkeit bereitgestellt. Dabei registrieren wir monatlich mehr als 1 Millionen Zugriffe auf unsere Internetseite (z.B. Radarkomposit).

Forschung und Zusammenarbeit

Natürlich werden diese Daten auch für vielfältige Forschungsaufgaben genutzt. Dazu gehören unter anderem die quantitative Niederschlagsschätzung, die Hydrometeorerkennung (z.B. Hagel) und die Kurzfristvorhersage von lokalen Flutereignissen in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich.


Des Weiteren werden die erhobenen Daten in vielen Forschungsprojekten genutzt, u.a. HD(CP)² (High definition clouds and precipitation for advancing climate prediction), HErZ (Hans-Ertel-Zentrum für Wetterforschung), HOPE (HD(CP)² Observational Prototype Experiment), JOYCE (Jülich ObservatorY for Cloud Evolution), TerrSysMP (Terrestrial Systems Modelling Platform). Die Messdaten  unterschiedlichster besonderer Wetterereignisse (z.B. Pfingstunwetter 2014) wurden und werden von zahlreichen Wissenschaftlern im In- und Ausland genutzt und in vielen Artikeln in internationalen wissenschaftlichen Journalen referenziert. Eine besonders enge Zusammenarbeit besteht mit dem NOAA/NSSL (National Severe Storms Laboratory) in Norman (Oklahoma, USA). Im Rahmen von Lehr- und Forschungsaufenthalten besuchen renommierte Wissenschaftler, wie Alexander Ryzhkov (NOAA/NSSL, University of Oklahoma) oder Joshua Soderholm (ARC Centre of Excellence for Climate Extremes, Monash University, Australien) die Abteilung Meteorologie am IfGeo.


Erst kürzlich konnten durch Privatdozentin Dr. Silke Trömel zwei DFG geförderte Projekte eingeworben werden. In RealPEP (Near-Realtime Quantitative Precipitation Estimation and Prediction - FOR 2589) und PROM (Synergie von Polarimetrischen Radarbeobachtungen und Atmosphärenmodellierung - DFG Priority Programme 2115) arbeiten mehrere Wissenschaftler an der Forschung und Weiterentwicklung polarimetrischer Algorithmen. In diesen beiden Projekten, wie auch im HErZ, wird dabei eng mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zusammengearbeitet, um den Anforderungen an geänderte Wetterbedingungen (z.B. Starkregen, Hagel) besser gerecht zu werden.

 


Zeitlicher Ablauf

  • 14.6.2019 Ausfall
  • 27.6.2019 HVPS als defekte Komponente identifiziert
  • 2.8.2019 Eingang Angebot für Ersatz
  • 5.9.2019 Rücksendung HVPS zwecks Reparatur-Kostenvoranschlag
  • 17.9.2019 Aufschaltung dieser Informationsseite

In eigener Sache

Wir möchten uns an dieser Stelle für alle Anrufe und E-Mails herzlich bedanken, die uns aufgrund des Ausfalls erreicht haben. Alle Vorschläge zur Beschleunigung der Wiederinbetriebnahme werden intern geprüft. 

 

Kontakt:
radar [at] uni-bonn.de

 

Artikelaktionen